Was wäre wenn?

Eine Frage, die wir uns, laut dem britischen Dozenten, Buchautor und Begründer der Transition-Towns-Bewegung, Rob Hobkins, so oft wie möglich stellen sollten. Transition Town kann man in etwa mit „Stadt im Wandel“ übersetzen und damit Wandel möglich wird, braucht es Visionen.

Rob Hobkins attestiert der Menschheit ein fast unerschöpfliches Potenzial im Kreieren von Weltuntergansszenarien, während unsere Fähigkeit, uns unsere Zukunft in positiven Bildern auszumalen, sehr zu wünschen übrig lässt.

Gerade in Zeiten wie diesen ist es leicht, sich dem Gedanken hinzugeben, dass es für Veränderung ohnehin zu spät ist. Aber was, wenn sich das Martin Luther King auch gedacht hätte? Frei nach dem Motto: „Ich habe da zwar einen Traum, aber der kann ja gar nichts werden, weil wie soll ein einzelner Mensch…?“.

Und wie war das? „Nie im Leben wird die Berliner Mauer fallen! Barak Obama Präsident der Vereinigten Staaten? Ein Ding der Unmöglichkeit! Frauenwahlrecht? Wo kämen wir denn da hin! Ein tragbares Gerät mit dem man telefonieren kann? “ Es hat immer schon Menschen gegeben, die gegen alle Widerstände an ihre Vision geglaubt haben und ich bin ihnen unendlich dankbar dafür.

Was wäre wenn wir beginnen würden, an unserer Vorstellungskraft zu feilen, unsere eigenen Visionen zu entwickeln und an uns und an eine schönere Welt zu glauben? Unsere Welt neu zu denken? Nicht jeder von uns ist ein Martin Luther King, das brauchen wir auch nicht zu sein. Denn schon ein kleines Projekt kann große Wirkung zeigen.

Was wäre zum Beispiel, wenn in allen Parkanlagen Obstbäume gepflanzt werden würden und Kinder in der Stadt sehen könnten, wie ein Apfel entsteht? Oder noch einfacher: Was wäre, wenn Begegnungen auf der Straße so aussehen, dass wir uns dabei auch über die Augen begegnen, absichtslos, einfach von Mensch zu Mensch und vielleicht sogar mit einem Lächeln auf den Lippen? Wie würde das unseren Tag verändern?  Was wäre, wenn wir es trotz Abstand schaffen würden, uns zu berühren und zwar auf Herzensebene? Kann es sein, dass das die Welt zu einer schöneren macht?

Wenn wir uns in Gruppen zusammenschließen und beginnen Zukunftsbilder zu kreieren, ist es laut Hobkins wichtig, dass wir das Wort „aber“ weglassen, nur „und“ ist erlaubt. So könnte die Antwort auf meine Vision mit den Obstbäumen lauten „UND unter den Obstbäumen könnten Hochbeete mit Gemüse zur freien Entnahme stehen“. So kann das Bild ein immer größeres und bunteres werden. Die wichtigsten Zutaten für diesen Prozess sind Begeisterung, Freude am Tun und die persönliche Entscheidung, wirklich, wirklich etwas verändern zu wollen.

Eine Utopie? Mittlerweile gibt es Transition-Gruppen in über 50 Ländern und in Tausenden von Gemeinschaften. Und alle haben mit der Frage „Was wäre wenn begonnen“.  Eine Frage, die wir uns gerade jetzt dringend stellen sollten.

Text: Silvia Mathilde Franz

Post Author: Silvia